Worum geht es?
Der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften Köln e.V. hat auf seiner Bundesvertreterversammlung am 11. März 2012 beschlossen, dass homosexuelle Schützenkönige und Schützenköniginnen zukünftig nicht mehr gemeinsam mit ihren Partnerinnen und Partnern als gleichgeschlechtliches Königspaar öffentlich auftreten dürfen.
Wir sehen in diesem Beschluss einen Verstoß sowohl gegen die religiösen Grundsätze der Bruderschaft als auch gegen das verfassungsrechtlich verankerte Diskriminierungsverbot.
Als Mitglieder von Bruderschaften, die dem o.g. Schützenverbund angehören, möchten wir uns eindeutig von dieser Diskriminierung distanzieren.
Gerade in einer Gesellschaft, in der Homosexuelle immer noch beschimpft, verunglimpft und beleidigt werden, und in der „schwul“ als Schimpfwort wieder gang und gäbe ist, gilt es nicht zuletzt aus unserer geschichtlichen Verantwortung heraus – jeder Form von Diskriminierung deutlich entgegenzutreten.
Dabei macht es keinen Unterschied, ob diese Diskriminierung aufgrund von Nationalität, Religion, Behinderung, Alter, Geschlecht oder sexueller Orientierung erfolgt.
Wir lehnen daher insbesondere die in dem Beschluss zum Ausdruck kommende Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften ab.
Wir sind – auch und vor allem als Christinnen und Christen – davon überzeugt, dass die angeblich aus der katholischen Glaubenslehre abgeleitete Begründung des Beschlusses in einem von Nächstenliebe und Toleranz geprägten christlichen Religionsverständnis keine Verankerung findet.
Es gibt viele Arten von Beziehungen und alle sind wichtig und richtig, weil sie uns alle die Notwendigkeit von Beziehung für ein gelingendes und glückliches Leben als Mensch vor Augen führen. Diese Beziehungen als unerwünscht oder unwichtig anzusehen, ist eine Missachtung der menschlichen, von Gott geprägten Natur als Beziehungswesen. Das Auftreten eines Schützenkönigs mit gleichgeschlechtlichem Lebenspartner als „außerhalb christlicher Tradition“ zu bezeichnen, zeugt von Unkenntnis christlicher Werte und des christlichen Menschenbildes und verletzt das Gebot der christlichen Nächstenliebe.
Wir möchten all diejenigen, die der Auffassung sind, dass diese Entscheidung nicht mit den christlichen Grundwerten und dem Leitbild einer christlichen Bruderschaft übereinstimm, auffordern eine Protestnote beim Bundesverband einzureichen und gegebenenfalls die vom Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften Köln e.V. verliehenen Auszeichnungen und Orden zurück zu geben.
Ziel ist es, den Bundesverband zu einer Rücknahme der Entscheidung vom 11. März 2012 zu bewegen. Hierzu benötigen wir viele Unterstützer. Sowohl aus den Reihen der Schützen aus den Schützenbruderschaften, aber natürlich auch von Freunden, Familien, Angehörigen.
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Unter Downloads haben wir eine vorformulierte Protestnote als .pdf und als .rtf hinterlegt. Diese ist bewusst so gehalten, dass sie sowohl von Schützen als auch von allen Unterstützern genutzt werden kann.
Die Toleranz, die wir einfordern, muss auch den Dialog über den kritisierten Beschluss kennzeichnen. Wir verurteilen deshalb ausdrücklich die Gewaltandrohungen gegen einzelne Mitglieder aus dem Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften Köln e.V. über die aktuell in der Presse berichtet wird. Was wir brauchen ist eine Kultur der gegenseitigen Akzeptanz und Wertschätzung.
Neuss, den 14. März 2012
Frank Hüsgen
Georg Hämel
Markus Leßmann
Thomas Mielke
Dirk Elbrächter
Andreas Kragl


Eine Initiative gegen Homophobie und Diskriminierung im Schützenwesen
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