Reaktion des BDHS

9. Oktober 2012

Drei Monate ist es nun her. Am 30. Juni 2012 haben wir Eure Unterschriften, verbunden mit einer Protestnote an den Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften übergeben. Adressiert war unsere Protestnote an Ralf Heinrichs, den Geschäftsführer des BDHS. Natürlich haben wir Herrn Heinrichs die Möglichkeit eingeräumt, eine Stellungnahme an dieser Stelle zu veröffentlichen.

Was ist seitdem geschehen?

Nichts. Abgesehen von einer Eingangsbestätigung unseres Einschreibens hat der BDHS bisher nicht reagiert. Wir fragen uns: Warum? Aus Ignoranz oder aus Arroganz? Oder aus Angst, vor den Reaktionen der zum Teil erzkonservativen Mitglieder des BDHS? Vielleicht auch aus historischen Gründen?

Doch aus eigener Erfahrung als aktive Schützen wissen wir, dass die gelebte Realität in den Schützenbruderschaften oft viel liberaler ist, als es sich der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften wünscht. Homosexuelle Mitglieder sind fester Bestandteil der Schützenzüge, bekleiden Ämter, repräsentieren die Bruderschaften als Schützenköniginnen und Schützenkönige. Ist es da nicht an der Zeit, sich zu bewegen und sich von althergebrachte Denkmustern zu lösen? Gibt es nicht vielleicht sogar eine moralische Verpflichtung eines Dachverbandes wie dem BDHS, Aufklärung zu betreiben und sich klar von jedem Anschein der Homophobie zu distanzieren?

Wir geben nicht auf

Wir wünschen es uns und geben die Hoffnung nicht auf. Glaube und Sitte, zwei Leitbegriffe des BDHS, schließen Nächstenliebe, Toleranz und Offenheit nicht aus. Sie sollten vielmehr integraler Bestandteil des aktiven Lebens in den Bruderschaften sein, denen der kirchennahe BDHS vorsteht.

An alle Mitschützen appellieren wir: Lebt Toleranz und Offenheit in Euren Schützenzügen. Lasst eine Ausgrenzung Eurer homosexuellen Mitschützen nicht zu. Zeigt, das Homophobie im Schützenwesen und in einer modernen Gesellschaft nichts zu suchen hat. Zeigt Zivilcourage, wenn Unrecht geschieht.

Wir werden diese Seite weiter betreiben und freuen uns über Eure bisherige Unterstützung. Wir bleiben für Euch dran.

Frank Hüsgen

Eine Initiative gegen Homophobie und Diskriminierung im Schützenwesen

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