Übergabe der Protestnote und der Unterschriftenliste an den Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS)

30. Juni 2012

Die Marke von 500 gültigen Unterschriften unter unserer Online-Petition haben wir zwar leider noch nicht erreichen können, aber immerhin sind bis jetzt 400 Unterschriften zusammen gekommen.

Damit nicht noch mehr Zeit vergeht, haben wir uns entschlossen, die Liste der Unterschriften bereits jetzt an den Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS) zu übergeben.

Eure Daten bleiben selbstverständlich geschützt. eMail-Adressen wurden nicht weitergeleitet, es wurden lediglich Euer Name und Euer Wohnort übergeben.

Die Unterschriften haben wir mit nachfolgendem Anschreiben an den BHDS geschickt. Wir sind auf die Reaktion gespannt.


Übergabe Protestnote und Unterschriftenliste gegen den Beschluss der Bundesvertreterversammlung zum Umgang mit homosexuellen Schützenköniginnen und Schützenkönigen

Sehr geehrter Herr Heinrich,
sehr geehrte Herren des Bundesvorstandes,

auf Ihrer Bundesvertreterversammlung am 11. März 2012 haben Sie beschlossen, dass homosexuelle Schützenkönige und Schützenköniginnen zukünftig nicht mehr gemeinsam mit ihren Partnerinnen und Partnern als gleichgeschlechtliches Königspaar öffentlich auftreten dürfen.

Wir sehen in diesem Beschluss einen Verstoß sowohl gegen die religiösen Grundsätze der Bruderschaft als auch gegen das verfassungsrechtlich verankerte Diskriminierungsverbot.

Als Mitglieder von Bruderschaften, die dem o.g. Schützenverbund angehören, distanzieren wir uns hiermit offiziell von dieser Diskriminierung durch Ihren Bund.

Gerade in einer Gesellschaft, in der Homosexuelle immer noch beschimpft, verunglimpft und beleidigt werden, und in der „schwul“ als Schimpfwort wieder gang und gäbe ist, gilt es nicht zuletzt aus unserer geschichtlichen Verantwortung heraus – jeder Form von Diskriminierung deutlich entgegenzutreten.

Dabei macht es keinen Unterschied, ob diese Diskriminierung aufgrund von Nationalität, Religion, Behinderung, Alter, Geschlecht oder sexueller Orientierung erfolgt.

Wir lehnen daher insbesondere die in dem Beschluss zum Ausdruck kommende Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften ab. Aufgrund Ihres Beschlusses haben wir die Initiative „Schützen gegen Homophobie“ gegründet. Auf unserer Website www.schuetzen-gegen-homophobie.de haben wir in den vergangenen Wochen rund 400 Unterschriften gesammelt, die wir diesem Schreiben beigefügt haben. Die Unterschriften sind auf der Website ebenfalls einsehbar. Alle Unterzeichner fordern den Bund der historischen deutschen Schützenbruderschaften auf, den am 11. März 2012 gefassten Beschluss unverzüglich zurückzunehmen.

Wir sind – auch und vor allem als Christinnen und Christen – davon überzeugt, dass die angeblich aus der katholischen Glaubenslehre abgeleitete Begründung des Beschlusses in einem von Nächstenliebe und Toleranz geprägten christlichen Religionsverständnis keine Verankerung findet.

Es gibt viele Arten von Beziehungen und alle sind wichtig und richtig, weil sie uns alle die Notwendigkeit von Beziehung für ein gelingendes und glückliches Leben als Mensch vor Augen führen. Diese Beziehungen als unerwünscht oder unwichtig anzusehen, ist eine Missachtung der menschlichen, von Gott geprägten Natur als Beziehungswesen. Das Auftreten eines Schützenkönigs mit gleichgeschlechtlichem Lebenspartner als „außerhalb christlicher Tradition“ zu bezeichnen, zeugt von Unkenntnis christlicher Werte und des christlichen Menschenbildes und verletzt das Gebot der christlichen Nächstenliebe.

Die Toleranz, die wir einfordern, kennzeichnet – dies werden Sie feststellen – den Dialog über den kritisierten Beschluss. Wir verurteilen deshalb ausdrücklich die Gewaltandrohungen gegen einzelne Mitglieder aus dem Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften Köln e.V. über die vor einigen Wochen in der Presse berichtet wurde. Was wir brauchen ist eine Kultur der gegenseitigen Akzeptanz und Wertschätzung.

Der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaft hat nach unserem Verständnis eine Vorbildfunktion -gerade für Jugendliche und junge Erwachsene. Aber vor allem hat er auch eine soziale Verantwortung. Nutzen Sie jetzt den Weg für eine positives Signal und eine Kehrtwende.

Dieses Schreiben – und selbstverständlich auch gerne Ihre Antwort – werden wir aus Transparenzgründen auf der Website unserer Initiative veröffentlichen.

Wir werden die Petition natürlich weiterhin geöffnet lassen.

Solange der BHDS nicht von seinem Beschluss Abstand nimmt oder eine gesetzliche Regelung feststeht, sehen wir hier weiterhin Handlungsbedarf.

Empfehlt uns also gerne weiter. Falls Ihr noch nicht unterschrieben habt, gebt Euch einen Ruck!

Eine Initiative gegen Homophobie und Diskriminierung im Schützenwesen

Jetzt Petition unterzeichnen!

unterstützt durch
Lesben- uns Schwulenverband
du bist nicht allein (dbna) e.V.
blu.fm